Birke Soukup
Das
Gärtnern ist mein Beruf und meine Berufung.
Als Gärtnerin fühle ich mich für den Organismus Garten verantwortlich, für die Kulturpflanzen und ihre wilden Nachbarn, für das Zusammenspiel von Boden und Pflanze, für den Boden und für alle über- wie unterirdisch lebenden Wesen meines Arbeitsplatzes.
Der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise fühle ich mich seit meiner Gemüse-Gärtnerausbildung auf der Marienhöhe (Bad Saarow) verbunden. Geprägt haben mich aber auch die -ebenfalls biologisch-dynamisch wirtschaftenden- Gärtner der Gärtnerei am Bauerngut (Libbenichen, Oderbruch).
Mein Studium der Gartenbauwissenschaften an der Humboldt-Universität (Berlin) hat mir hingegen häufig die Seiten des Gartenbaus gezeigt, die meiner Art des Wirtschaftens nicht entsprechen - ich denke da zum Beispiel an die Gentechnik, die In-Vitro-Vermehrung und natürlich an die Vielzahl von eingesetzten chemischen Pflanzenschutzmitteln oder Phytohormonen.
Das Studium habe ich im Frühjahr 2008 abgeschlossen und mich in meiner Bachelorarbeit mit dem Einsatz von Arbeitspferden im Gemüsebau beschäftigt. Dabei habe ich eng mit der Gärtnerei am Bauerngut zusammengearbeitet, die seit 2006 auch Arbeitspferde zur Bewirtschaftung ihrer Gemüsegärtnerei einsetzt.
Gemeinsam mit dem Verein Landbau e.V. und natürlich mit Jakob und unseren Kindern bin ich nun auf der Suche nach einem Ort, an dem ich als Gärtnerin wirken kann.
Ob ich dort dem Gemüse- und Kräuteranbau den Vorzug gebe oder meine Begeisterung für Stauden, Wildpflanzen und Gartengestaltung zu einem Betriebskonzept forme, ist noch offen - und abhängig von dem Ort, den wir wählen und der uns ruft.
Als Vereinsmitglied unterstütze ich die Ziele des Vereins LandBau e.V. Vieles ergibt sich im Rahmen der täglichen Arbeit, weil Blühstreifen (für Insekten und das Auge) für mich einfach dazugehören, weil eine durch Hecken strukturierte Landschaft mir schon lange am Herzen liegt und weil es mir wichtig ist, mein Wissen (zum Beispiel über Heil- und Gewürzpflanzen) und meine Fähigkeiten auch weiterzugeben.
Neben dem Gärtnern ist es mir sehr wichtig, dass an dem Ort, an dem ich lebe, eine lebendige Gemeinschaft entsteht, die auch neben der täglichen Arbeit gemeinsame Interessen pflegt: Ich wünsche mir Gesang und Tanz, lebenslanges Lernen, Kunst und Kultur - und ein Zuhause für meine beiden Kinder, das über die Kleinfamilie hinausgeht.